zum Theater Münster

Grußwort von Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura

  • © Oliver Berg

    © Oliver Berg

Verehrtes Konzertpublikum, cari amici della musica,

von der Musik Italiens kennt man hierzulande zumeist nur die Oper. Dabei hatten sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine Reihe italienischer Komponisten wie der Liszt-Schüler Giovanni Sgambati, der Brahms-Zeitgenosse und -Freund Giuseppe Martucci oder der kosmopolitische Alfredo Casella auf das große Erbe italienischer Instrumentalmusik besonnen. Es waren hochkultivierte Künstler, die die musikalischen Traditionen des übrigen Europas studierten, deren Werke in Italien verbreiteten und in der Nachfolge auch eigene Werke schufen, ohne dabei den mediterranen Charakter, die sonnendurchfluteten Farben Italiens zu verleugnen. So entstand eine in der europäischen Tradition wurzelnde Sinfonik mit eigener nationaler Färbung. Als Kind bin ich in Rom mit dieser Musik aufgewachsen. Ich möchte Ihnen in der neuen Konzertsaison einige ihrer besonders wertvollen Werke vorstellen und so eine Repertoirelücke schließen, neben Werken der Klassiker wie Schubert, Brahms, Bartók oder Schostakowitsch.

Zwei Komponisten, die mir besonders am Herzen liegen und an deren Werken wir in den vergangenen Jahren mit großer Kontinuität gearbeitet haben, Anton Bruckner und Gustav Mahler, stehen mit je einer monumentalen Sinfonie gleichsam als Säulen des Programms am Beginn und Ende dieser Saison.

Mit Daniel Müller-Schott, Frank Peter Zimmermann und Nemanja Radulović darf ich Ihnen drei international akklamierte Solisten ankündigen, die bei uns in den vergangenen Spielzeiten bereits begeistert gefeiert wurden und die jetzt mit großer Freude nach Münster zurückkehren, um erneut mit unserem Sinfonieorchester zu konzertieren. Unter den weiteren Solisten finden sich so renommierte Musiker wie der Star-Pianist Alexander Lonquich oder die Mahler-Spezialistin Lilli Paasikivi. Beim Engagement von Künstlern dieses Formats hat uns einmal mehr der Verein der Freunde und Förderer finanziell unter die Arme gegriffen. Ihm gilt wie immer mein persönlicher Dank.

Neben den Programmen unserer Sinfoniekonzerte informiert Sie dieses Heft auch über unsere weiteren Konzertreihen und zusätzlichen Projekte, unter denen ich mich ganz besonders auf das Dom-Konzert im kommenden Mai freue: Hector Berlioz’ Requiem für Hunderte von Mitwirkenden wird ein ambitioniertes Großereignis mit zahllosen musikalischen Kräften unserer Stadt.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen sehr nachdrücklich für die Offenheit und Leidenschaft danken, mit der Sie in den vergangenen Jahren unsere Arbeit begleitet haben! Bitte bleiben Sie dem Sinfonieorchester Münster und dem Theater Münster auch in meiner letzten Spielzeit und darüber hinaus mit derselben Hingabe zugewandt! Der Stellenwert, den die Kultur in einer Stadt einnimmt, bestimmt entscheidend ihre Lebensqualität.

In diesem Sinne grüßt Sie, in Vorfreude unserer Begegnungen, herzlich
Ihr Fabrizio Ventura


nach oben
nach oben