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Peter Gülke

  • Manu Theobald
    Peter Gülke
    © Manu Theobald

Vita

Peter Gülkes Leben und Schaffen kann als Grenzgang beschrieben werden: Da ist zunächst der biografische Weg von Ost nach West und wieder zurück in den Osten mit Weimar als Ausgangs- und vorläufigem Zielpunkt, dem sich eine zweite Grenzüberschreitung hinzugesellt: die geglückte Doppelexistenz als Musiker und Musikwissenschaftler.

1934 in Weimar geboren, studierte er Violoncello, Musikwissenschaft, Germanistik, Romanistik und Philosophie an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar sowie an den Universitäten Jena und Leipzig. 1958 erwarb er den Dr. phil. in Leipzig, 1985 folgte die Habilitation in Berlin (Technische Universität).Nach Zwischenstationen in Rudolstadt, Stendal, Potsdam, Stralsund und Dresden wurde er 1981 zunächst Generalmusikdirektor der Staatskapelle Weimar.

1975 machte er als Musikwissenschaftler auf sich aufmerksam – mit dem heute als Klassiker gehandelten Buch über die Musik des europäischen Mittelalters MÖNCHE, BÜRGER, MINNESÄNGER. Von einem Gastspiel, das ihn 1983 nach Hamburg führte, kehrte Peter Gülke nicht in die DDR zurück. Nach seiner Habilitation fand der Musikpraktiker einen neuen Schaffensort in Wuppertal, wo er von 1986 bis 1996 Generalmusikdirektor der Stadt war, während der Theoretiker vielbeachtete Studien zu Brahms, Bruckner und Schubert veröffentlichte. Er verfasste darüber hinaus musikwissenschaftliche Arbeiten über die Theorie der musikalischen Interpretation und Aufführungspraxis, über Bach, die Ästhetik der französischen Aufklärung, Mozart, Beethoven, Schubert, Debussy, Janácek, Schönberg, Berg, Lutoslawski, Petterson und zu zahlreichen anderen Themen und Komponisten.

Als Gast leitete Gülke Opernaufführungen u.a. in Berlin, Hamburg, Wien, Paris, Düsseldorf, Köln, München, Rom, Genua, Kassel (RING), Graz (RING) und Frankfurt und dirigierte Konzerte in nahezu ganz Europa sowie in Japan und in den USA – u.a. mit dem Deutschen Symphonieorchester Berlin, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, mit fast allen deutschen Rundfunk-Sinfonieorchestern u.v.m.

Die Liste der ihm zugedachten Ehrungen ist lang und verzeichnet für die jüngere Vergangenheit den Ernst von Siemens Musikpreis und das Bundesverdienstkreuz am Bande. Seit der Spielzeit 2015/16 ist Peter Gülke Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker.

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In dieser Spielzeit

5. SINFONIEKONZERT
Musikalische Leitung

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