zum Theater Münster

JUDAS

Monolog von Lot Vekemans

Mi, 19. Juni 2019
20.30 · Martinikirche

Judas Iskarioth: Ein Name, der wie kein anderer für Verrat steht. Er ist der Antiheld, der Sündenbock des christlichen Abendlandes schlechthin, ohne den die Geschichte anders verlaufen wäre. Jetzt, 2000 Jahre später, bekommt dieser Verurteilte eine Stimme. Judas, ein Mann, der jahrhundertelang geächtet wurde, erzählt im Jetzt seine Version der Ereignisse. Eine Abrechnung, die vielleicht Antworten auf seine Motive gibt, aber auch seine Enttäuschungen und Sehnsüchte zum Vorschein bringt.

Lot Vekemans zählt zu den wichtigsten niederländischen Gegenwartsautorinnen. In Deutschland ist sie vor allem durch das Stück GIFT. EINE EHEGESCHICHTE sowie ihren 2016 erschienenen Roman EIN BRAUTKLEID AUS WARSCHAU bekannt. Das Theater Münster zeigte in der letzten Spielzeit ihr Stück FALSCH als Deutschlandpremiere.

 

Aufführungsdauer ca. 80 Minuten, keine Pause

Info

Judas Iskarioth: Ein Name, der wie kein anderer für Verrat steht. Er ist der Antiheld, der Sündenbock des christlichen Abendlandes schlechthin, ohne den die Geschichte anders verlaufen wäre. Jetzt, 2000 Jahre später, bekommt dieser Verurteilte eine Stimme. Judas, ein Mann, der jahrhundertelang geächtet wurde, erzählt im Jetzt seine Version der Ereignisse. Eine Abrechnung, die vielleicht Antworten auf seine Motive gibt, aber auch seine Enttäuschungen und Sehnsüchte zum Vorschein bringt.

Lot Vekemans zählt zu den wichtigsten niederländischen Gegenwartsautorinnen. In Deutschland ist sie vor allem durch das Stück GIFT. EINE EHEGESCHICHTE sowie ihren 2016 erschienenen Roman EIN BRAUTKLEID AUS WARSCHAU bekannt. Das Theater Münster zeigte in der letzten Spielzeit ihr Stück FALSCH als Deutschlandpremiere.

 

Aufführungsdauer ca. 80 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Jan Holtappels

Bühne & Kostüme Sophia Debus

Dramaturgie N.N.


Besetzung

Christoph Rinke

Besetzung

Leitung

Inszenierung Jan Holtappels

Bühne & Kostüme Sophia Debus

Dramaturgie N.N.


Besetzung

Christoph Rinke


Vom »Sündenbock«-Mythos zum Mensch

Der »Judas«-Monolog der niederländischen Dramatikerin Lot Vekemans verleiht dieser ins Monströse exilierten Figur menschliches Format, denn Judas ist ein Monster der (Religions-)Geschichte, ihr »Sündenbock«-Mythos. Dieser Perspektive stellt Vekemans Judas’ Verteidigung entgegen, die selbstreflexiv dem Dasein Eigensinn und Wert jenseits maximaler Verfehlung abgewinnt.

Im Vorderschiff der Jugendkirche »effata!« stand Christoph Rinke als Judas in einem schmalen Käfig, fast lässig ans Gitter gelehnt: »Ist hier jemand, der mich nicht kennt?« Die Stimme hallte, als gehörte sie einem Priester: »Die Menschheit hat es seit 2000 Jahren nicht geschafft, mich zu begreifen«, und ringt um Selbstbehauptung […] Rinke spielte die Exposition als lässiger Moderator, der seiner historischen Bedeutung gewiss ist: Jedes Wort wohlgesetzt, jede Geste, jeder Blick kontrolliert – ein Souverän seines Schicksals.

Sobald sich Rinke konkret an das Publikum wandte, stand die Authentizität des Religiösen zur Disposition: »Erzählt mir nicht, dass er sterben musste – für euch?« Rinkes Judas ist ein drahtiger Typ, dessen „Ich« über einem Abgrund schwebt, einmal hockte er im Käfig wie das sprichwörtliche »Häufchen Elend«: »Ich habe zugelassen, dass ich schwärzer wurde als schwarz.“ »Ich hätte so gern wieder einen Namen«, bekennt Vekemans Judas […]

Günter Moseler, Westfälische Nachrichten, 24. Mai 2019

Presse

Vom »Sündenbock«-Mythos zum Mensch

Der »Judas«-Monolog der niederländischen Dramatikerin Lot Vekemans verleiht dieser ins Monströse exilierten Figur menschliches Format, denn Judas ist ein Monster der (Religions-)Geschichte, ihr »Sündenbock«-Mythos. Dieser Perspektive stellt Vekemans Judas’ Verteidigung entgegen, die selbstreflexiv dem Dasein Eigensinn und Wert jenseits maximaler Verfehlung abgewinnt.

Im Vorderschiff der Jugendkirche »effata!« stand Christoph Rinke als Judas in einem schmalen Käfig, fast lässig ans Gitter gelehnt: »Ist hier jemand, der mich nicht kennt?« Die Stimme hallte, als gehörte sie einem Priester: »Die Menschheit hat es seit 2000 Jahren nicht geschafft, mich zu begreifen«, und ringt um Selbstbehauptung […] Rinke spielte die Exposition als lässiger Moderator, der seiner historischen Bedeutung gewiss ist: Jedes Wort wohlgesetzt, jede Geste, jeder Blick kontrolliert – ein Souverän seines Schicksals.

Sobald sich Rinke konkret an das Publikum wandte, stand die Authentizität des Religiösen zur Disposition: »Erzählt mir nicht, dass er sterben musste – für euch?« Rinkes Judas ist ein drahtiger Typ, dessen „Ich« über einem Abgrund schwebt, einmal hockte er im Käfig wie das sprichwörtliche »Häufchen Elend«: »Ich habe zugelassen, dass ich schwärzer wurde als schwarz.“ »Ich hätte so gern wieder einen Namen«, bekennt Vekemans Judas […]

Günter Moseler, Westfälische Nachrichten, 24. Mai 2019


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